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Hier Teleskope vergleichen

Astrofotografie

Einstieg in die Astrofotografie mit der Digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR)

Bevor es mit der Astrofotografie richtig los geht solltet ihr ein paar Dinge, die wirklich wichtig sind, berücksichtigen:

  • Sucht euch für den Einstieg in die Astrofotografie einen Platz in der Umgebung, wo es dunkel ist und von wo aus man einen ungehinderten Blick zum Himmel hat. Infolge der zunehmenden Lichtverschmutzung kann es schwierig werden, Orte ohne Streulicht zu finden; wählt wenigstens einen Platz, der abseits jeglicher Direktbeleuchtung liegt.
  • Eventuell sind mehrere Standorte erforderlich, um den gesamten Himmel zu übersehen. Idealerweise sollte der Platz zudem windgeschützt sein.
  • Vergesst nicht, für die eigene Bequemlichkeit und das Wohlbefinden zu sorgen, indem ihr z.B. einen Campingtisch und -stuhl sowie warme Kleidung (auch im Sommer!) und ausreichende Verpflegung mit auf die Himmelsreise nehmt. Mit zunehmender Müdigkeit sinkt die Konzentration und somit auch die Sehleistung.
  • Wählt einen möglichst dunklen Ort, denn so können sich eure Augen am schnellsten an die Dunkelheit gewöhnen. Im Unterschied zur Pupillenerweiterung, die beim Betreten einer dunklen Zone fast sofort erfolgt, hängt die Dunkelanpassung des Auges von der Konzentration eines bestimmten Pigments in der Netzhaut ab. Dieses sammelt sich nach einer gewissen Aufenthaltsdauer im Dunkeln, was 15-20 Minuten dauern kann, und ermöglicht das Sehen lichtschwacher Objekte. Versucht nicht, während der Beobachtung mit einer normalen Taschenlampe zu arbeiten, damit wird die Dunkelanpassung jäh zunichte gemacht.
  • Benutzt entweder rote LED-Taschenlampen oder klebt rotes Zellophan über die Taschenlampe. Damit könnt ihr dann Geräte bedienen und die drehbare Sternkarte lesen, ohne die Augen immer wieder neu an die Dunkelheit gewöhnen zu müssen.

Der Start in die Astrofotografie

sollte grundsätzlich mit einer ruhenden Kamera gemacht werden. Dies bedeutet ihr stellt die Kamera auf ein stabiles Stativ und macht zunächst einmal Weitfeldaufnahmen von Sternenbildern oder besonderen Konstellationen oder auch einfach eine Aufnahme vom Band der Milchstraße. Das stabile Stativ ist zwingend, um bei einer längeren Belichtungszeit scharfe Fotos zu bekommen. Die Bilder sollten mit Fernauslöser und im RAW-Format, welches einen größeren Spielraum bei der Bildbearbeitung am Computer bietet, aufgenommen werden.

Die Milchstraße fotografieren

 

 

Milchstraße mit Kohlensack und Kreuz des Südens

Kamera: Nikon D5500
Objektiv:AF-S Nikkor 10-24 mm, 1:3.5-4.5 G ED
Brennweite: 10 mm
Blende: f/3.5
Belichtungszeit: 30 Sekunden
ISO: 800
Ort: Namibia, Maltahöhe
Datum: 14.06.2015


Sternenhimmel fotografieren

 

 

Weitfeldaufnahme (keine Nachführung)

 

Kamera: Nikon D5500
Objektiv:AF-S Nikkor 10-24 mm, 1:3.5-4.5G ED
Brennweite: 10 mm
Blende: f/3.5
Belichtungszeit: 30 Sekunden
ISO: 800
Ort: Namibia, Kalahari, Astrofarm Kiripotib
Datum: 28.05.2017

 


Die Sterne bewegen sich

Will man sie als leuchtende Punkte aufnehmen, darf die Belichtungszeit nicht zu lang sein. Das Foto oben wurde 30 Sekunden belichtet. Als Faustregel für DSLRs mit APS-C-Sensor gilt: 300 geteilt durch Brennweite = max. Belichtungszeit. Längere Zeiten führen dazu, dass die Sterne aufgrund der Erdrotation als Striche zu sehen sind. Dies kann durchaus gewollte sein, so wie beispielsweise bei den Strichspuraufnahmen.


Strichspuraufnahmen

Bei den Strichspuraufnahmen nimmt man die Spuren der sich um den Pol bewegenden Sterne auf. Und so geht’s: Kamera mit einem möglichst lichtstarken Objektiv auf ein stabiles Stativ stellen, Kamera einstellen (Belichtung ca. 30 Sekunden, ISO auf ca. 400-800, Wahlrad Kamera auf M), Timer am Fernauslöser einstellen, Sterne manuell fokussieren. Macht mehrere Aufnahmen ab ca. 50 wird es schön.

Wenn dann alle Aufnahmen gemacht sind können die Einzelaufnahmen mit der kostenlosen Software Startrails übereinandergelegt werden.
Eine schöne Landschaft oder ein Motiv wie z. B. ein Baum im Vordergrund lassen die Strichspuraufnahme besonders gut zur Geltung kommen.

 

Strichspuraufnahmen von Sternen machen

 

 

Strichspuraufnahme (10 Aufnahmen, keine Nachführung)

Kamera: Nikon D5500

Objektiv:AF-S Nikkor 10-24 mm, 1:3.5-4.5G ED

Brennweite: 10 mm

Blende: f/3.5

Belichtungszeit: 10 x 600 Sekunden

ISO: 400

Ort: Namibia, Kalahari, Astrofarm Kiripotib

Datum: 24.05.2017

 


Habt ihr erstmal Beobachtungserfahrungen gesammelt, entsteht schnell der Wunsch, die Himmelsobjekte im Bild festzuhalten.
Für die weiterführende Fotografie der Sterne ist jedoch eine Montierung erforderlich, die den Fotoapparat der Bewegung der Sterne nachführt. Hier empfiehlt sich zum Beispiel der Kauf eines Nanotrackers, wenn ihr nicht gleich ein Teleskop kaufen wollt.

Wir haben auf den Produktseiten jeweils vermerkt, ob das jeweilige Teleskop für Astrofotografie geeignet ist. Außerdem kannst du auf unserer Seite Produktfilter ganz gezielt nach Teleskopen filtern, die auch für die Astrofotografie geeignet sind.

Der Nanotracker

Der Nanotracker hat verschiedene Nachführmodi und ist umschaltbar auf Nord– oder Südhalbkugel. Er wird von einem Schrittmotor mit separater elektronischer Steuerung angetrieben. Der Anschluss ist ein beidseitiges 1 ¼-Zoll Fotogewinde. Er hat eine Tragekapazität von 2 Kilogramm und wiegt selbst nur 350 Gramm.

Hier könnt Ihr den Nanotracker bei Amazon bestellen:

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Wenn ihr euch gleich für den Kauf eines Teleskops entscheiden solltet, werdet ihr euch fragen:

Wie bekommt man die Kamera an das Teleskop?

Es gibt hier es vier Möglichkeiten, die wir kurz anreißen möchten:

Erstens: Das Piggyback (“Huckepack”)-Verfahren

Bei dieser Methode fotografiert man nicht durch das Teleskop selbst, sondern montiert nur eine Kamera mit einem normalen Fotoobjektiv auf das Instrument. Einige Teleskope haben bereits eine Fotostativ-Schraube an den Rohrschellen, für Andere gibt es im Onlinehandel passende Adapter zu kaufen.
Die Kamera wird durch eine parallaktische Montierung in der Geschwindigkeit der Erddrehung mitgeführt. Damit sind in Abhängigkeit von der Brennweite längere Belichtungszeiten zu erreichen, ohne dass sich die Sterne zu Strichspuren verziehen.

 

Mit Teleskop fotografieren

 

Rho Ophiuchi-Komplex

Piggyback (“Huckepack”)-Verfahren
Montierung: Vixen GP-DX

Kamera: Nikon D5500
Objektiv: AF-S Nikkor 55-200mm, 1:4.5-5.6G ED
Brennweite: 200 mm
Blende: f/3.5
Belichtungszeit: 10 x 240 Sekunden
ISO: 1600
kein Guiding
Ort: Namibia, Kalahari, Astrofarm Kiripotib
Datum: 28.05.2017


Zweitens: Die Afokale Projektion

Die Kamera wird an das Okular eines Teleskops gehalten und fotografiert – fertig.

Der Onlinehandel bietet sogar Befestigungs-Vorrichtungen für diesen Zweck an. Richtig gute Bilder wird man mit dieser “improvisierten” Methode eher nicht machen können, aber einige Versuche am Mond oder Planeten können durchaus ansehnliche Ergebnisse bringen.

 


Drittens: Die Fokalprojektion

Bei fokaler Projektion wird das Teleskop zum Objektiv der Kamera. Hier wird im Brennpunkt des Teleskops fotografiert. Um die Kamera am Teleskop befestigen zu können, wird ein Kameraadapter und ein T-2-Ring benötigt.

Das heißt, dass nur Kameras geeignet sind, deren Objektive abgenommen werden können. Setzt man darüber hinaus auch noch eine Feinsteuerung mit Guiding-Kamera und Computer zur Vermeidung von Ungenauigkeiten ein, kann man noch deutlich länger belichten. Diese Methode eignet sich ausgezeichnet, um großflächige Objekte und Sternfelder abzubilden.

Wir favorisieren diese Variante der Astrofotografie.

 

Sternenhimmel fotografieren

 

M8, M20 und IC 4658

Optik: TS Triplett APO 90
Montierung: Vixen GP-D2
Kamera: Nikon D5500
Brennweite: 600 mm
Belichtungszeit: 6 x 600 Sekunden
ISO: 3200
PHD-Guiding
Ort: Namibia, Kalahari, Astrofarm Kiripotib
Datum: 04.07.2016


Sterne fotografieren

 

NGC 5139 Omega Centauri

Optik: TS Triplett APO 90
Montierung: Vixen GP-D2
Kamera: Nikon D5500
Brennweite: 600 mm
Belichtungszeit: 6 x 600 Sekunden
ISO: 400
PHD-Guiding
Ort: Namibia, Kalahari, Astrofarm Kiripotib
Datum: 03.07.2016


Astrofotografie mit Teleskop

 

NGC 7293 Helix Nebula

Optik: TS Triplett APO 90
Montierung: Vixen GP-D2
Kamera: Nikon D5500
Brennweite: 600 mm
Belichtungszeit: 6 x 600 Sekunden
ISO: 400
PHD-Guiding
Ort: Namibia, Kalahari, Astrofarm Kiripotib
Datum: 03.07.2016

 


 

Sterne fotografieren

 

NGC 3293 (offener Sternenhaufen mit Nebel)


Optik: TS Triplett APO 90
Montierung: Vixen GP-DX
Kamera: Nikon D5500
Brennweite: 600 mm
Belichtungszeit: 15 x 240 Sekunden
ISO: 400
kein Guiding
Ort: Namibia, Kalahari, Astrofarm Kiripotib
Datum: 28.05.2017

 


Den Sternenhimmel fotografieren

 

NGC 3372 Eta Carinae


Optik: TS Triplett APO 90
Montierung: Vixen GP-DX
Kamera: Nikon D5500
Brennweite: 600 mm
Belichtungszeit: 20 x 240 Sekunden
ISO: 800
kein Guiding
Ort: Namibia, Kalahari, Astrofarm Kiripotib
Datum: 23.05.2017

 


 

Mit dem Teleskop fotografieren

 

M 83 – südliche Feuerradgalaxie

Optik: TS Triplett APO 90
Montierung: Vixen GP-DX
Kamera: Nikon D5500
Brennweite: 600 mm
Belichtungszeit: 10 x 600 Sekunden
ISO: 1600
Guiding: LACERTA MGEN
Ort: Namibia, Kalahari, Astrofarm Kiripotib
Datum: 27.05.2017

 

 

Viertens: Die Okularprojektion

Diese wird immer dann verwendet, wenn höher vergrößert werden soll. Die Kamera wird über einen Projektionsadapter mit einem geeigneten Okular verbunden. Der Vergrößerungsfaktor wird von der Brennweite des Okulars sowie dem Abstand Kamera-Okular bestimmt.
Die Okularprojektion verringert die Helligkeit, was die Belichtungszeiten verlängert und höchste Genauigkeit beim Fokussieren erfordert.


Ideale Aufnahmeorte

Man muss nicht unbedingt in die Kalahari- oder Atacama-Wüste reisen, um einen idealen Ort für die Astrofotografie zu finden. Mitten im Naturpark Westhavelland gibt es den ersten Sternenpark Deutschlands.

Der Naturpark Westhavelland wurde im Februar 2014 von der International Dark Sky Association (IDA) zum ersten deutschen Sternenpark ernannt.
Ein Besuch auf der Seite Sternenpark Westhavelland gibt einen ausführlichen Überblick, dass es auch in Deutschland super Bedingungen gibt.

 

Sternenpark Westhavelland